10 Punkte Manifest


1. Es gibt einen inneren Zwang, sich mit der Welt gestalterisch zu beschäftigen. Wir nennen das Kunst. Dabei lernen wir viel über uns selbst. - There is an inner  force to be occupied by the world trying to give it a shape. We call it art. By the way we learn much about ourselves.


2. Es spielt keine Rolle, ob Bildinhalte „konkret“, „abstrakt“ oder in der Mischung von beidem ausgeführt werden. Wichtig sind alleine „die emotionale Erfahrung, Genauigkeit der Darstellung, Universalität und Dauer“ (Wilfred R. Bion). - It doesn’t matter if pictures are „concrete“, „abstract“ or a mixture of both. Important is that there is „emotional experience, precision of performance, universality and endurance“. (Wilfred R. Bion).


3. Es spricht mich nicht an, wenn Künstler immer das Gleiche abliefern. Früher nannte man das Stil, heute spricht man von Wiedererkennbarkeit. Maschenkunst ist die beste Bezeichnung. Der Vermarktung kommt das entgegen. - I don’t like it if artists produce variations of the similar shapes and contents again and again. In former times they called that having a style, today they speak about recognizability what means to be a good part of marketing. I call it fad-art.


4. Es ist anstrengend, immer wieder neu zu beginnen. Das Gewesene zu vergessen und Neues zu wagen sollte das Ziel sein. Doch jeder ist gefangen in Körper und Geist, Wiederholungen sind also trotz gutem Willen unvermeidbar. - It’s exhausting to start in a new way again and again. You have to forget your experiences and try to risk something new - that should be your aim!


5. Es ist alles immer anders. Kaum hat man sich festgelegt, denkt man darüber nach, wie es gewesen wäre, wenn man eine der anderen von Tausenden Optionen gewählt hätte. Die Welt ist kontingent, weil alles auch anders sein kann. - Everything is always quite different. You have hardly arranged yourself with a situation you to think about how it had worked if you had chosen one of another of thousands of options. That’s what we call contingency! Things always can be different!


6. Es ist alles immer anders, weil es gar nicht anders geht. Anderssein ist Unterschied. Also sind Unterschiede Informationen, wenn man Batesons Satz, dass „Informationen Unterschiede sind, die den Unterschied machen“, umkehrt. - Everything is always quite different, because there’s no other possibility! Otherness makes the difference! In this way differences are informations - a reverse view on Batesons words that „informations are differences that make the difference“.


7. Es wird uns suggeriert, das alles durch die Genauigkeit der Naturwissenschaften exakt erfasst und vorhersehbar wird. Doch die Quantenphysik weiß: Aussagen über die Wirklichkeit sind vieldeutig. - It is suggested that sciences can define the world very exactly and everything is predictable. But quantum physics tells us that declarations about reality are ambiguous!


8. Es ist ein Begriff aus dem Grafikdesign am Computer, der mir viel bedeutet: die Layer, die Ebenen. Alles ist immer anders, weil es von etwas anderem überlagert ist, den Blick dadurch wieder trübt, klärt, verändert, ablenkt, umlenkt, strapaziert. - It’s a term used in connection with computers an grafic design which means a lot to me: the layers! Everything is different, because a new layer changes the conditions, changes what we recognize.


9. Es sind natürlich die ewigen menschlichen Emotionen, die Beziehungen und die Kommunikation, die künstlerische Objekte aufladen. Kunst ist immer politisch, wenn sie Stellung bezieht, was man erwarten sollte. - There are the everlasting human emotions, the relationships and the communications which boost artificial objects. Art is always poltical and should show a clear point of view.


10.Ich glaube, dass Theorien und Gebote bezüglich meiner Malerei immer nachgestellt sind. Das heißt, bei jedem Neustart einer Arbeit verliert alles an Gültigkeit, um im Nachhinein irgendwie doch wieder zusammen zu finden. Andererseits: wie ich mich kenne, kann auch das sich ändern! Die Zukunft ist offen! - I think that all theories and bids relating to my painting are constructions I find when i’ve done something. With ever start of a new work those theories lose there validity but often find together when the new work is done. Because I know myself I say that everthing can change. The future is wide open!


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W. Otto Geberzahn 2014

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